Countdown zum Jahresende: 28

Schlecht geschlafen, bzw. viel zu spät eingeschlafen. Irgendwie wird das auch zum Standard-Opener hier im Blog. Kann ich aber doch auch nichts für.

Heute konnte ich endlich meine Brille abholen – ich schrieb über das Hickhack ja bereits ein paar Mal. Jetzt habe ich sie auf der Nase sitzen, es ist noch etwas ungewohnt, weil es ja eine Gleitsichtbrille ist, muss man sich ja erstmal dran gewöhnen, aber ich glaube, so könnte es funktionieren, mit mir und der Brille. Es ist das seriöseste Gestell, das ich in den vergangenen 20 Jahren getragen habe. Halb-randlos. Ich könnte damit locker auch Versicherungen und Gebrauchtwagen verkaufen. Hier mal ein aktuelles Selfie, auf dem ich mein freundlichstes Gesicht aufgesetzt habe.

Mehr war heute nicht drin, was Freundlichkeit angeht, denn der Tag war sehr ambivalent. Kennt ihr das, wenn ihr euch etwas vornehmt, das dann nicht klappt? Und sich dafür aber an andere Stelle eine Tür auftut, mit der ihr gar nicht gerechnet habt? So ungefähr war das heute bei mir. Das, was ich mir vorgenommen hatte, das war so ein Herzensding, aber hinter der Tür, die aufging, liegt ne Menge Kohle. Ist man da jetzt traurig? Feiert man? Schwierig, diese Sache mit dem Fühlen. Und wenn das so schwierig ist, dann guckt man halt schonmal so aus der Wäsche, wie ich da oben.

Ansonsten bin ich heute irgendwie müde. War rund um den Optikerbesuch noch mit der besten Ehefrau in der Stadt, einmal DM, einmal Alnatura, einmal Second Hand-Laden. Und das war alles nicht so richtig toll. Ich weiß nicht, ob ihr das Gefühl kennt, wenn man so ein wenig neben sich steht, die Welt etwas weiter weg erscheint und sie gleichzeitig trotzdem viel zu nah, voll und laut wirkt. Wahrscheinlich kennt ihr es nicht. Und soll ich euch etwas sagen: Ihr habt da auch nix verpasst. Ist anstrengend und ermüdend und Spaß macht es auch nicht.

Deswegen gleich Sofa und die heute angelaufene letzte Staffel vom Haus des Geldes bingen. Dazu Sofa, Kamin, vielleicht Akupressurmatte und Rotwein. Morgen ist dann wieder besser.

Kommt gut durch die Nacht, schlaft lang und gut und träumt von Wombats. Wir lesen uns morgen.

Countdown zum Jahresende: 29

So lala geschlafen, zu früh wach gewesen, nicht mehr eingeschlafen, dann halt aufgestanden. Heute schon Therapietag, obwohl doch erst morgen Freitag ist. Einen Tag vorgezogen. Mein innerer Autist Anteil im Spektrum wippt hospitalistisch.

Zum Mittag heute: gebratener Panhas. Kennt wahrscheinlich niemand außerhalb Westfalens und wenn ich euch die fünf Hauptbestandteile des Panhas mitteile, werden wahrscheinlich viele von euch kopfschüttelnd den Browser schließen. Aber egal. Panhas besteht laut Wikipedia aus Speck, Schwarten, Schweinemasken (Haut, Schwarten und Fleisch von ausgebeinten Schweineköpfen), Blut und Buchweizenmehl. Also eigentlich voll hipstermäßig nose to tail, wie es bei denen immer so schön heißt. Aber Hipster und Panhas, das passt nicht zusammen. Bauer Ewald aus Haltern-Lavesum und Panhas – das passt. Machen wir uns aber nix vor: Gefäßverengungen und Cholesterin-Höchstwerte und Panhas passen auch super zusammen. Deswegen esse ich ihn auch nur so ein, zwei Mal im Jahr. Ist so ein absolutes Winterding, ähnlich wie Grünkohl oder Rillettes (auch alles nicht gerade Schonkost). Aber war schon sehr, sehr lecker.

Die MPK heute war ja auch mal wieder eher so semi. Es läuft weiter wie bisher: Bloß nicht mal den Arsch in der Hose haben und Entscheidungen treffen, die nötig sind, auch wenn dann große Teile der Bevölkerung rumnölen. Ich frage mich immer wieder, was Politiker der Gegenwart eigentlich damals im Deutschen Herbst gemacht hätten? Schleyer austauschen, weil die eine Umfrage in der BILD neulich eine ganz deutliche Mehrheit fürs Verhandeln mit Mördern gezeigt hat? Bei der Hamburger Sturmflut sich erst noch einmal zehn Tage fürs Beobachten verordnen? Maßnahmen im Rahmen der Berlin-Blockade nach hinten schieben, weil in fünf Monaten ein Wahlkampf ansteht? Das ist mir alles etwas zu wenig, etwas zu vorsichtig, etwas zu sehr strategisch. Und ja, diesbezüglich führt die neue Ampel-Koalition den destruktiven Weg konsequent fort. Denn jetzt mal ganz ehrlich: Obwohl Karl Lauterbach der mit Abstand kompetenteste und fähigste Politiker für den Posten des Gesundheitsministers wäre, wird er es wahrscheinlich nicht werden. Wegen Proporz und so. Und da sage ich einfach: Wenn eine neue Regierung in der herausfordernsten Phase der vergangenen 70 Jahre direkt mit so einem Kack anfängt, dann brennt aber mein innerer Baum. Lichterloh brennt der!

Nachher gibt es den großen Zapfenstreich für Angela Merkel. Und obwohl es die Angela ist, werden auf Twitter bestimmt wieder ein paar Leute durchdrehen, weil Soldaten mit Fackeln … das kannste in diesem Land ja nicht mehr bringen. Was ich übrigens absolut schlimm finde. Wenn man alleine sieht, was die Soldaten im Rahmen der Pandemie oder während der Flutkatastrophe im Juli geleistet haben und welches Standing sie im Gegensatz dazu in der Bevölkerung haben. Schlimm. Ganz schlimm. Es gibt ja wirklich nicht viel, was ich an den USA mag, aber diese Floskel „Thank you for your service“, die man dort jedem Soldaten oder Feuerwehrmann beim Kennenlernen entgegenbringt, die finde ich richtig gut. Weil es Respekt und Wertschätzung zeigt. Wann habt ihr das letzte Mal zu einem Polizisten, einem Feuerwehrmann, einem Soldaten oder einer Rettungskraft gesagt, dass ihr dankbar seid, für all das, was sie leisten? Sollten wir häufiger machen! Dank an euch! Ohne euren Einsatz wären wir am Arsch.

Ich gehe jetzt dankbar aufs Sofa. Kommt alle gut durch die Nacht, bleibt behütet und träumt in Technicolor und Breitbild. Wir lesen uns morgen wieder.