I do it my way – als Freiberufler

Nach einem sportlichen Blogstart Anfang dieses Jahres ist es in den vergangenen Monaten hier etwas ruhiger geworden. Das hatte gute und wichtige Gründe, denn seit Mai bin ich ganz offiziell freiberuflicher Autor und Redakteur.

Ich habe ja Ende des vergangenen Jahres meinen Job in einer Agentur an den Nagel hängen müssen, weil ich einfach nicht mehr konnte – und noch viel weniger wollte. Also habe ich gekündigt, von heute auf morgen, ohne die Absicherung durch einen neuen Job. Einfach gekündigt, drei Monate Sperrfrist in Kauf genommen und Grenzen gezogen.

Zwei, drei Tage lang habe ich natürlich Panik geschoben. Wie geht es weiter, jetzt, ohne Job, ohne Arbeit? Da war dann die beste Ehefrau am Start, die jubelte, weil ich endlich mal wieder da war, nicht nur für ein paar Stunden am Abend anwesend, sondern da. Wir schaffen das, sagte sie. Und ich hab ihr geglaubt. Sie kennt mich schließlich am tiefsten. Und als ich ein paar Tage später mit einer lieben Unternehmerin telefonierte, die von Freiheit sprach und von Kreativität und vom Glück, das kommt, wenn man frei ist, und von den Dingen, die man tun kann, wenn man frei ist, da war mein Weg klar. Der Mut da.

writer-605764_1920Jetzt schreibe ich also auf eigene Rechnung. Ohne Agentur. Der Chef bin ich nun selbst. Das fühlt sich noch ein wenig fremd an, aber auch unheimlich direkt, gut und frei. Ich weiß, was ich kann. Ich kann Emotionen einfangen, ich kann Impulse geben, humorvoll sein. Ich kann meinen Kunden gute Texte schreiben.

Eine Unternehmenshomepage ist in Arbeit, damit die Welt mitbekommt, was ich zu geben habe. Und es dauert nicht mehr lange, dann werdet ihr auch mehr texterfahren. Bis dahin schreibe ich noch ein paar schöne Texte. Und falls ihr auch schöne Texte benötigt, für euer Unternehmen, für eure Homepage, für eure Hochzeit, schreibt mich an. Jetzt bin ich nur noch für euch da.

Warum die Kritiker des Tanzverbots Spießer sind

Inzwischen ist es so sicher wie das Amen in der Kirche: Zweimal im Jahr wird – insbesondere in der Onlinewelt – eine Diskussion aufgefrischt, die mich in ihrer Belanglosigkeit unglaublich nervt. Pünktlich zu Karfreitag (und im Herbst noch einmal zu Allerheiligen) kommen die Kritiker des Tanzverbots auf die Bühne und mahnen die Tatsache an, dass an diesen beiden stillen Feiertagen Diskotheken geschlossen bleiben müssen. Als wäre es ein verbrieftes Menschenrecht, an 365 Zagen im Jahr in die Disko gehen zu dürfen. Und es ist ja auch so einfach und mainstreamig über die Kirche zu schimpfen. Geldverschwendung, Kindesmissbrauch, Zölibat, Homophobie – alles superschlimm, keine Frage, ja. Und dann wollen die einem auch noch das Tanzen verbieten.

Ernsthaft Leute?

Ich empfinde diese Haltung als so kleinkariert, spießig, irrelevant und als einen prima Beispiel dafür, dass Toleranz und Intoleranz häufig ganz dicht beieinander liegen.
Worum geht es denn? Es geht darum, dass an zwei Tagen im Jahr der Gesetzgeber gewisse laut-lustige Musikveranstaltungen unterbindet. Aus religiösen Gründen, aus traditionellen Gründen, aus Respekt und Anstand.
Natürlich kann man argumentieren, dass Staat und Religion gefälligst getrennt gehören, aber das sind sie nunmal traditionell nicht so ganz. Sie sind auch ein Stück Kulturgut: Fronleichnamsprozessionen, das Gedränge auf den Friedhöfen zu Allerheiligen, Weihnachten und Ostern sowieso.
jesus-255138_1920Insbesondere der Karfreitag steht ja für etwas – ob historisch belegt oder nur metaphorisch. Er steht für Folter, Terror, Leiden und Tod. Da darf man auch schonmal etwas ruhiger werden, sich besinnen und vielleicht in der heutigen Zeit mehr denn je.

Für mich ist es eine Art von Deal: Karfreitag ist ein gesetzlicher Feiertag. Als „normaler“ Arbeitnehmer muss ich also nicht ins Büro, sondern darf daheim bleiben und kann es mir auf dem Sofa bequem machen. Übrigens sind ja die meisten der – arbeitsfreien – Feiertage in Deutschland religiös verankert: Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Fronleichnam, usw. Und obwohl nur 60% der Bevölkerung in diesem Land noch Christen sind, nimmt natürlich jeder gerne die arbeitsfreien Tage mit. Mit dem einen oder anderen Brückentag kann man sich so schön eine kleine Auszeit gönnen. Dass ich dafür an Karfreitag nicht selbstverwirklichend auf der Tanzfläche abhotten kann ist der Preis, den ich dafür zahlen muss.

Ich empfinde die Kritik am Tanzverbot als spießig, als trotziges Ichwillaber, als Hedonismus. Letztendlich als ein Überbleibsel der 68er-Generation. Alles muss immer hinterfragt und kritisiert werden. Jede Regel, jedes Gesetz, jede Autorität wird erst einmal abgelehnt, insbesondere, wenn die Pläne des Einzelnen dadurch beeinflusst werden. Genau das führt dann aber zum allgemeinen und inzwischen von vielen Seiten angeprangerten Werte- und Respektverlusts. Jeder Lehrer, jeder Arzt, jeder Feuerwehrmann, jeder Polizist wird Situationen aus dem eigenen Berufsalltag kennen, in denen immer alles diskutiert werden muss. Situationen, in denen Regeln eben nicht befolgt werden.

Warum ist es so wichtig am Karfreitag in die Disko zu müssen? Warum gönnen die Tanzverbotskritiker nicht einfach jenen, denen es durchaus wichtig ist, diese Zeit der Stille, der Besinnung, der Trauer? Und warum können sie nicht einfach an diesem Tag ihre ganz individuellen Wünsche zurückstecken und tolerant sein? Welcher Zacken soll da denn bitteschön aus der Krone brechen?

Manchmal verstehe ich die Menschen einfach nicht.