Ich bin dann mal weg

Auf diesem Blog ist es viel zu lange viel zu ruhig gewesen – einfach, weil mir manchmal die Zeit fehlte, öfter die Lust und noch häufiger die Kraft.

2019 war ein wilder Ritt für mich mit einem wahnsinnigen Projekt Anfang des Jahres, das inzwischen als Buch erschienen ist und das mich als Persönlichkeit hat wachsen lassen. Mit solch tollen Menschen arbeiten zu dürfen ist ein Geschenk.

Ab dem Sommer wurde es dann aber etwas schwerer, das Leben, das Arbeiten, selbst das Schreiben. Ich weiß, dass ich sensibel bin und psychisch vielleicht nicht ganz so robust wie andere Menschen. Aber irgendwie habe ich vergessen auf mich aufzupassen und zack war ich in dieser Spirale aus dysfunktionalem Verhalten und Angenervtheit ob der eigenen Schwäche drin. Immerhin griff dann aber irgendwann doch so etwas wie Selbstfürsorge zur Notbremse und ich beantragte eine Reha.

Tja, und die beginnt übermorgen. Fünf Wochen klinke ich mich aus. Kein oder wenig Social Media, kein Fernsehen, keine Netflix-Nächte. Stattdessen viel Bewegung, viel draußen und viele Gespräche. Kein Einkaufen, kein Kochen, kein Haushalt und Alltag. Stattdessen fünf Wochen lang eine Käseglocke unter der es hoffentlich behaglich sein wird.

Fünf Wochen weg von daheim- mindestens. Weg von der besten Ehefrau. Das wird nicht leicht und ich habe einen gehörigen Bammel vor dem, was da vor mir liegt. Aber manchmal muss das System im Kopf einfach mal rebootet werden.

Ab dem neuen Jahr bin ich dann wieder zurück. Vielleicht ein wenig leichter, ruhiger, fokussierter und fröhlicher. Ich hoffe es sehr.

Kommt alle gut durch die Vorweihnachtszeit, lasst euch nicht stressen und stresst niemanden, trinkt nicht zu viel Glühwein oder Lumumba, liebt einander nicht nur am heiligen Abend und kommt dann gigantisch ins neue Jahr.

See ya 2020!

Geburtstage, Tod und wenig nur dazwischen

2018-11-28 20.52.07-4Normalerweise mag ich Jahresanfänge. Ich bin voller guter Vorsätze, habe ein wenig mehr Energie als sonst und ich mache viele Pläne, was im kommenden Jahr alles besser, erfolgreicher, gesünder, achtsamer und schöner werden soll. Das hält meist ein paar Tage an, wenn es gut läuft auch eine Woche. Und dann ist da ja auch schon mein Geburtstag. Der überfordert mich zwar meistens, weil ich mit Geschenken, Glückwünschen, Anrufen und Mails nicht wirklich gut umgehen kann, aber immerhin gehen die beste Frau und ich an solch einem Tag essen. Und essen gehen ist immer gut.

2019 war hingegen bisher vor allen Dingen: scheiße. In der vergangenen Woche mussten wir unseren fast 17 Jahre alten Kater einschlafen lassen. Ja, das war ein gesegnetes Alter und ja, es ist nur ein Haustier und ja, wir hatten tolle Zeiten zusammen, aber diese Sätze machen das Haus auch nicht lebendiger. Wenn dir mehr als 16 Jahre lang ständig ein Fellpuschel zwischen den Füßen rumschleicht, gerätst du ins Stolpern, wenn da auf einmal nichts mehr ist.

An meinem Geburtstag lebte der Kater noch. Aber an meinem Geburtstag deutete der Tierarzt bereits an, dass dies nicht mehr lange so sein würde. Geburtstagsgeschenk: Plattenepithelkarzinom. Drei Tage später war der Kater tot und mein 45. Geburtstag steht fortan ziemlich weit oben auf der Scheißtage-in-my-life-Liste. Essen waren wir dann übrigens auch nicht mehr.

Überhaupt: So sehr ich die ersten paar Tage des Jahres mag, die Zeit zwischen Ende Januar und dem gefühlten Frühlingsbeginn irgendwann Anfang März ist für mich immer wieder brutal hart. Sämtliche Energiereserven sind aufgebraucht. Da bin ich einigermaßen durch den trüben November gekommen, habe den Weihnachtswahnsinn überstanden und das Geschiebe in der Fußgängerzone, doch für einen kalten Februar ist keine Kraft mehr da. Alles schreit in mir nach Sonne, Wärme, Frühling. Aber die Welt scheint eingefroren. Ich bin kein Wintermensch, ich bin ein Sommermensch. Einer, der den Frühling vermisst. Und seinen Kater.