Übermüdete Gedankenspiele; hashtag Wartesaal

Das Wochenende ist zu Ende. Ich sitze im Wartesaal der Deutschen Bahn und bin müde, erschöpft und ein wenig verloren. In Leipzig, mir, der Arbeit, der Schreiberei, der wenigen Zeit, dem wenigen Leben, den vielen Plänen, der Unzufriedenheit.
Das Seminar war super. André Hille ist ein wirklich toller Dozent, der sich sehr viel Mühe gibt und sehr genau Texte liest. Ich kann ambitionierten Schreibern die Textmanufaktur in Leipzig nur wärmstens ans Herz legen.
Und wie immer, wenn Seminare richtig gut sind, fühlt man sich zerlegt. Weil gute Literaturseminare den Finger immer in die Wunden des Textes legen. Und ich hätte gerne mehr Zeit. Mehr Zeit um all die Tipps, die ich bekommen habe, jetzt anwenden zu können.
Leipzig ist eine wirklich tolle Stadt. Stylischer und szeniger als man denkt. Habe es leider nicht geschafft mir das Völkerschlachtdenkmal anzusehen. Hätte meinen Hang fürs Große sicherlich befriedigt. Ich hätte heute sogar noch Zeit dafür gehabt, aber es war den ganzen Tag so verdammt kalt, da war ich dankbar eben nicht in die Kälte zu müssen.
Noch ein halbe Stunde, dann kann ich in den Zug. Dann kann ich vielleicht ein wenig dösen. Zum Schlaf wird es nicht reichen, Sonntagabend sind Züge in der Regel irre voll und laut und bestimmt wird irgendwer nach Knoblauch stinken oder verschnupft durch den Waggon hecheln, sich schäutzen.
Manchmal wäre ich gerne ein klein wenig mehr Teil von all dem. Aber dann wäre ich auch ganz anders. Und ob ich dann schreiben würde? Ich weiß nicht.

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