Zahnärzte // Fotobände // Tocotronic // und was sonst noch so geht

Die letzte Woche war auch wieder anstrengend. Wie immer gab es auf der Arbeit viel zu tun und irgendwie fühlte ich mich die ganze Woche schlapp und müde. Ich dachte bis Mittwoch auch, dass es einfach die Nachwirkungen der vorangegangenen Woche seien.
War ja schließlich anstrengend.
War ja schließlich Literaturbetrieb.
War ja schließlich wenig Schlaf.
Falsch gedacht: Ab Mittwochabend fing es unter einer Zahnkrone in meinem losen Mundwerk an, leicht zu pochen. Hab ich häufiger. Geht auch wieder weg. Denke ich ja immer so. Wer mich nicht nur virtuell kennt, sondern im echten Leben, der weiß, dass der gemeinsame Nenner von Zahnärzten und mir … nun ja … überschaubar ist. Oder besser … bis Anfang des Jahres überschaubar war.

Aber der Reihe nach: also Mittwochabend leichtes Ziehen. Donnerstag tagsüber dann ein etwas stärkeres Ziehen, aber mit Ibuprofen noch erträglich. Wird schon wieder. Hat man schon mal. Donnerstagabend dann ein doch sehr starkes Ziehen, auch nach einer Handvoll Ibus (bitte keine Kommentare zu meinem Schmerzmittelkonsum). Weitere Ibus nachgelegt eine Stunde geschlafen. Alles tut weh. Zur letzten Hoffnung gegriffen, das Fläschchen Tramadol. Vierzig Tropfen brachten so zweieinhalb Stunden Schlaf und weitere noch schlimmere Schmerzen. Freitagmorgen kurz in die Agentur und dann die Erkenntnis, dass ich so das Wochenende nicht verbringen möchte. Also den Zahnarzt meines Vertrauens angerufen. Der Zahnarzt, den ich seit Anfang des Jahres häufiger sehe. Der Zahnarzt, der meine Zahnarztangst Zahnarztphobie echt gemildert hat. Vorbeikommen geht, aber es wird dauern. Raus aus der Agentur, rein ins Wartezimmer. Kein Termin. Eine Stunde warten. Auf den Stuhl. Mit Lokalanästhesie vollgepumpt werden. Dann wieder warten. Auf dem Flatscreen über mir: Mediaplayer Visualisierungen und Café del Mar Vol. 12. Nach einer halben Stunde ist der Doc wieder da. Bohrt in meinem Zahn rum, spritzt Betäubung nach, bohrt weiter und tiefer bis …

Alle schwachen Gemüter die folgenden Zeilen überspringen.

… bis der Eiter aus meinem Zahn (!!) läuft. In seiner kindlichen Begeisterung hält er mir einen Spiegel unter die Nase. Ich freue mich mit ihm. Weil der Schmerz spürbar nachlässt. Danach spült er so einiges durch den Zahn und manches davon riecht stark nach Chlor und Schwimmbad. Irgendwann bin ich sind wir fertig. Kurz zur Apotheke: Antibiotika abgeholt und in der Agentur vorbeigeschaut. Mich abgemeldet. Nach Hause. Schlafen. Vier Stunden lang.

Danach geht es langsam besser. Mein Kiefer fühlt sich zwar an, als wenn ein 40 Tonner Wenden in drei Zügen auf meinem Kopf geübt hat, aber das ist OK. Frisch gemacht, wieder Schmerzmittel (nur eine Ibu) und Antibiotika, dann ins Auto und die wundervollen Tocotronic im Freizeitzentrum West gesehen.

Die tollste deutschsprachige Rockband.
Die wichtigste deutschsprachige Rockband.
Die superlativste deutschsprachige Rockband.

An der Seite vor der Bühne gestanden, Red Bull getrunken, die Frau an meiner Seite geküsst und eingetaucht in einen Wall of Sound. Es war ein unglaublich gutes Konzert. Mit viel Material vom neuen Album Schall und Wahn und ganz zauberhaften alten Perlen, wie Ich bin viel zu lange mit euch mitgegangen oder Jungs hier kommt der Masterplan. Nach einigen Zugaben wieder ins Auto und nach Hause.

Dort noch ein wenig mit der Frau an meiner Seite auf dem Sofa gesessen und gequatscht. Dann todmüde und gerädert ins Bett gefallen.

/Alltagscontent end/

/Literaturcontent start/

Ab der kommenden Woche ist übrigens ein toller Fotoband im Handel. Junge Dortmunder Fotografen haben sich am Thema In Dortmunder Parks abgearbeitet und heraus gekommen sind wirklich, wirklich tolle Bilder (auch wenn ich bisher nur das PDF gesehen habe und noch nicht das fertige Buch in Händen hielt). Auf jeden Fall hatte drei Autoren die Ehre den Bildband mit ein paar Texten zu füllen. Katharina Bauer, Ivette Vivien Kunkel und ich haben das Rennen gemacht und werden im Sommer die das Buch begleitende Ausstellung im Dortmunder U mit einer Lesung begleiten. Näheres bei Gelegenheit.

Jetzt habe ich genug geschrieben.

/Anycontent end/

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5 Gedanken zu “Zahnärzte // Fotobände // Tocotronic // und was sonst noch so geht

  1. Uaaahhh. Danke, meine Phobie wäre damit mal wieder
    geschürt.
    Als könnte mich eine Warnung für schwache Gemüter nur ansatzweise aufhalten, ganz im Gegenteil.

    Angst. Ich fühle mal wieder mit Dir, aber sowas von. Aber das weißt Du ja, gerade bei dem Thema.

  2. Ich war letztes Jahr knapp 30 mal beim Zahnarzt und lese seit dem total gern zahntechnische Erfahrungsberichte respektive Leidensgeschichten.
    😀
    (Das hat jetzt aber nichts mit Schadenfreude zu tun, schwöre!)
    Tocotronic – top!

  3. 30 Mal beim Zahnarzt?! du meine güte! Hier sind ja schon die Kommentare gruselig! Hiiiilfe! Umso besser, daß du das schon so lang erwähnte Tocotronic-Konzert dann echt genießen konntest! Jetzt hab ich so oft von denen gehört, daß ich die glaub ich endlich auch mal in einer Sendung bei uns auf http://www.ohrfunk.de verbraten werde. Sollte man anscheinend dringend nicht verpassen! Na, dann erstmal eine zahnarztlose zeit wünscht DasNest

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