Social Zombie

Nachdem mich Jens Nordmann gebeten hat ein wenig über die Aussage „Das Genre des Zombiefilms braucht neue Impulse“ zu schreiben, werde ich dies nun brav tun. Und das sogar mit reichlich Freude an der Sache.

Nun, ich liebe Horrorfilme. Blutige, dreckige, schlimme Horrorfilme. Und ich mag Zombiefilme, als Subgenre, ganz besonders. Das Genre bedient zahlreiche Urängste, Motive und Konflikte des Mensch-Seins. Vielleicht ist gerade deshalb der Zombiefilm, trotz seiner exzessiven Darstellung von Gewalt und Splatterszenen, neben dem Vampirmotiv (und der Verbindung von Sex, Beißen, Blut, Leben und Tod), das metaphorischste Subgenre des Horrorfilms.

Kleiner Einschub am Rande: Wie nah Vampire und Sex beieinanderliegen, zeigt sich besonders deutlich in diesen weichgespülten Twilight Filmen und Büchern. Tauscht doch einfach mal die Ausdrücke „Beißen“, „dich verwandeln“ u.ä. durch „miteinander schlafen“, „Sex haben“, etc. Die Dialoge könnten genauso laufen. Man merkt keinen Unterschied.

Aber weiter zu den Untoten.

Die Zombiefilme der letzten Zeit, die ich sah, haben mich fast ausnahmslos gelangweilt. Carriers etwa (auf den sich auch Jens bezieht) halte ich für einen lupenreinen Zombiefilm. Und schwach. Die Geschichte, die erzählt wird, ist weder neu, noch originell gearbeitet, noch fügt sie dem Genre irgendeinen neuen Aspekt hinzu. Etwas ambivalenter ist meine Meinung zu Mutants – Du wirst sie töten müssen. Der Film ist ok, einige Sequenzen sind (alb-)traumhaft schön gedreht, aber auch er ist nur ein Kompendium bereits gesehener Motive. Seine Moral ist mir etwas zu dicke und die Analogie zu Krebspatienten war mir auch etwas zu deutlich.

Keine Ahnung, wie sich das Genre entwickeln sollte. Der Altmeister Romero , Schöpfer der Klassiker The Night of the living dead , Dawn of the dead dt. Zombie , etc., im Februar diesen Jahres übrigens 70 geworden, hat das Genre ja durchaus schon mehrfach um Aspekte bereichert (der Versuch Zombies zu domestizieren (Day of the dead) oder Zombies mit rudimentären Gefühlen und der Fähigkeit logisch zu handeln (Land of the dead). Auch Zack Snyder (Remake von Dawn of the dead) und Danny Boyle (28 days later) haben etwas Neues gebracht: Die Masse der Untoten war auf einmal nicht mehr langsam und tumbe, sondern wahnsinnig schnell. Raubtiergleich.

Auch formal gab es durchaus nette und originelle Interpretationen (etwa die pseudodokumetarischen Wackelvideofilme wie Diary of the dead und Rec. oder Animationsstreifen wie Resident Evil: Degeneration).

Aber jetzt wäre mal wieder Zeit für etwas Neues. Keine Ahnung was. Ich bin nicht George A. Romero, bin kein Filmemacher. Nur ein kleiner Zombiefan. Lasst euch was einfallen.

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3 Gedanken zu “Social Zombie

  1. Freut mich, dass du meinen Kommentar zum Anlaß genommen hast, das Thema weiter zu vertiefen. Besonders, da auch ich Horrorfilme liebe.

    Ich stimme dir größtenteils zu, allerdings finde ich nicht, dass Carriers ein lupenreiner Zombiefilm ist. Und das aus dem einfachen Grund, weil in dem Film keine Zombies vorkommen! Wie kann ein Film ohne Zombies, ein Zombiefilm sein??? Mir hat der Film aber trotzdem sehr gut gefallen, ich fand ihn spannend und unterhaltsam.

    Zum Thema „Das Genre des Zombiefilms braucht neue Impulse“: Die letzte sinnvolle Entwicklung im Zombiefilm, war für mich, die Schnelligkeit der Untoten. Und damit ist die Entwicklung auch schon zu ende – Zombies müssen Zombies bleiben – alles andere ist einfach nur albern.

    Ich meine aber, die Grundidee „Was wäre wenn?“, ist noch nicht ausgereizt und bietet noch genug Stoff für gute Filme. Bis dahin freue ich mich schon auf „Mutants“ (Danke für die Anregung!) und „Die Horde“. Die Trailer sind vielversprechend…

    • Jens, du hast gerade meine Wochenendplanung gestaltet. Klingt sehr vielversprechend!
      Hatte neulich schon bei der Recherche zu meinem Artikel etwas über den Film gelesen. Dass er allerdings so zeitnah in den Kinos auftaucht hätte ich nicht gedacht. Und Romero im Kono ist schon was feines.
      Merci für den Tipp und ein Oléolé an die Blogosphäre.

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