Klagenfurt

Momentan findet in Klagenfurt der 14. Klagenfurter Literaturkurs statt. Und etwas neidisch denke ich an die Teilnehmer, die heuer dort sind. Ich hatte die Ehre im letzten Jahr dort Stipendiat zu sein sein zu dürfen. Und es war eine ganz wundervolle Woche, die mich immer noch ein wirklich gutes Gefühl macht. Irgendwo in der Herzgegend.

Ich hatte mich mehrfach dort beworben. Einige Jahre lang. Und auch wirklich nicht mehr daran geglaubt eingeladen zu werden. Eines schönen Tages hatte ich dann, für mich völlig unerwartet, Dr. Heimo Strempfl am Telefon, den ich in all der Aufregung kaum verstand. Die Handyverbindung war nicht so gut und Dr. Heimo Strempfl war nun mal Österreicher, der entsprechend österreichisch sprach. Lange Rede kurzer Sinn, ich wurde eingeladen.

Für einen jungen Schriftsteller gibt es ja eine ganze Reihe von Preisen, Wettbewerben und Stipendien. Aber der Literaturkurs steht für einen unveröffentlichten Autor ganz oben. An der Spitze. Vielleicht zusammen mit dem Open Mike in Berlin, vielleicht etwas darüber, etwas darunter. Etwas, was in der Kategorie da oben aber völlig egal ist, denn wenn man da mitspielen darf … das ist schon unglaublich schön.

Mir wurde die Reise gebucht, mir wurde das Hotel gebucht. Man fühlt sich in dieser Woche in Klagenfurt so wahnsinnig hofiert, umsorgt und ernst genommen, dass man diesen spinnerten Gedanken, den man irgendwo im Kopf hat, ein Buch schreiben, den Namen auf einem Buch lesen, gelesen werden vielleicht zum ersten Mal als erreichbar wahrnimmt.

Man sieht den Betrieb. Man sieht den sich feiernden Betrieb. Man lacht. Man hört die Lesungen der Bachmann-Lesenden. Man hat mit Inka Parei, Ferdinand Schmatz und Friederike Kretzen drei unglaublich gute Tutoren. Drei Tutoren, die drei völlig unterschiedliche Sichtweisen auf einen Text haben. Man lernt zu differenzieren, zu abstrahieren, was wichtig ist. Was weniger.

Klagenfurt ist eine Woche lang das Paradies für Schriftsteller. Weil vieles in dieser Woche einfach nicht da ist. Da gibt es keinen Job, der gemacht werden muss, wenn man in Klagenfurt ist. Keine Spülmaschine, die ausgeräumt werden muss, keine unbezahlten Strafzettel. In dieser Woche Klagenfurt geht es einzig und allein um die Schreiberei. Die eigenen Worte und die Worte anderer Menschen. Man redet über das Schreiben, über Texte, über Worte mit anderen Menschen. Man diskutiert über die anderen Texte. Mit anderen. Wenn man allein ist, hat man Worte im Kopf. So viele Worte, dass einem schwindelig werden könnte. Man trinkt Wein. Man trinkt einen großen Braunen. Man sagt heuer und muss lächeln. Man sagt Heimo statt Herr Strempfl und man versteht.

Mir hat der Kurs so viel Energie mitgegeben, dass ich sogar ein Jahr später noch ins Schwärmen kommen. Und das spricht eigentlich für sich und sagt vielleicht mehr als all die vielen Worte zuvor.

Ich wünsche Niklas, Jörn, Roman, Stephanie, Nikolas, Marc Anton, Christina Maria, Frauke und Brigitte eine wahnsinnig tolle Woche dort.

Saugt auf, genießt und nehmt mit! So viel ihr könnt!

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