Eine Twittokalypse mit 20 Empfehlungen zum #ff followfriday

Es war, als wenn @SaschaLobos Aufruf für einen Kurzgeschichtenwettbewerb wahr geworden wäre. Die Welt, wie sie sie kannten, gab es nicht mehr.  Sie hatte sich aufgelöst. Grundlos. Kein Atomunfall, kein Meteorit, keine Monsterwelle, kein verlöschender Erdkern. Sie hatte sich einfach aufgelöst.

Nach und nach hatten sie sich an diesem Strand getroffen, weil sie einander gefolgt waren. Eine Gruppe von Menschen, von denen jeder etwas zurück gelassen hatte. Von denen jeder sein altes Leben vermisste und von denen jeder versuchte das neue Leben zu akzeptieren.

@frauenfuss saß oft ein wenig abseits, beobachtete die Gruppe und zeichnete mal diesen mal jenen von ihnen in den Sand. So, wie sie sie sah. Der Wind nahm die Porträts mit sich und ließ nichts zurück.

Niemand hätte sagen können, wie viele sie waren. Mal waren es zehn, mal waren es tausend. Schien es. Und jeder aus ihrer Mitte hätte eine andere Zahl genannt. Oft, fast täglich, stießen dubiose Händler zu der Gruppe. Händler mit nichts als leeren Worten. Sie wollten der Gruppe zeigen, wie sie schneller gefunden werden konnten, von den Menschen da draußen. Oder wie sie besser miteinander kommunizieren würden. Dann grummelte @Peter_Kruse nur kurz in seinen Bart, dass die Menschen an diesem Strand schon ganz ordentlich kommunizieren würden, bevor er wieder auf seine Skizzen im Sand blickte, die die große Gruppe in kleinere unterteilten.

Andere am Strand hatten schneller ihren Platz gefunden und sich eingerichtet. @manomama begann Kleidungsstücke aus Bananenblättern herzustellen, @wimbauer bekochte oft die ganze Gruppe. Er sagte beim Servieren immer: alles bio. Niemand freute sich darüber. Niemand lachte.  Jeder zweite von ihnen hätte für ein Schälchen Fastfood getötet. @textzicke litt stärker als die anderen. Chio Chips Peperoni Style gab es schon lange nicht mehr. Manchmal, nachts, saß sie einfach am Wasser, starrte auf das Meer und kicherte grundlos. Ein gnhihihi waberte durch die Dunkelheit. Einige bekamen Angst. Ganz am Ende des Strands, kurz vor den Klippen, saß oft ein kleines Grüppchen zusammen. Das waren @rawr_it @orbisclaudiae und @junicks . Ihnen zuzuhören hieß, in den Abgrund zu sehen. Manche taten es und genossen den Blick.

@SebastianFitzek war oft langweilig. Dann schrieb er einen Roman in den Sand. Und am nächsten Tag einen weiteren. Und dann noch einen.
Warum sind wir hier? fragte @UteWeber
Und wo ist das … hier? fragte @VictoriaHamburg
Und wtf schrie @lana74

Und alle, alle, alle vermissten sie den Genueser.

Abends spielten ein paar der Gruppenmitglieder die Tagesschau nach. @sixtus sprach die Nachrichten, die die @RN_Dortmund den Tag über gesammelt hatte. Danach verlas @elsebuschheuer ein paar Programmtipps, die man hätte ansehen können, wenn es die Welt von früher noch gegeben hätte. @FrauStromberg erzählte am Lagerfeuer Geschichten. Erst von Vögeln. Dann von Männern. Und viele hörten ihr gerne zu. Vor allen Dingen die zahlreichen Leute aus dem Ruhrpott gesellten sich gerne zu @FrauStromberg. Es war eine richtige kleine @Heimatkultur irgendwo am Ende von Welt und Zeit.

Irgendwann nahm @schlenzalot mal @isdjan zur Seite.

Flüsternd und voller Anspannung sagte er ihm, dass er eine Entdeckung gemacht hatte. Wir sind alle verloren, sagte er. Hier ist nichts als @DerLeereRaum , sagte er. Wir …  Dann schwieg er.

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