Immer anders im Kloster Arenberg

DSC_0510

Direkt nach Weihnachten, am 27.12. fuhren die beste Ehefrau und ich erneut ins Kloster Arenberg. Zum dritten Mal in 2012.
Diesmal: Jahreswechsel.
Der Plan: Das alte Jahr ausklingen lassen, das neue in guter Stimmung beginnen. Durchatmen. Ausatmen. Wegatmen, was weg muss. Klar werden, entspannen, nette Menschen treffen.
Der Tag des Ankommens wird zum Flop: Wir haben beim Einpacken verschiedene Sachen vergessen und müssen nochmal nach Koblenz – am ersten Werktag nach Weihnachten.
Haha.
Die Straßen sind voll, es schüttet wie aus Eimern. Das Handy, das uns per Google-Navi durch das Einbahnstraßenlabyrinth führen soll, schmiert ständig ab, weil der Akku leer ist und das Ladegerät den Geist aufgegeben hat. Immerhin, wir bekommen, was uns fehlt. Und die beste Ehefrau findet sogar noch eine schöne Messengerbag aus grauem Filz. Das versöhnt.
Etwas.
Die Tage bis Silvester sind anders als die im Rahmen unsere vorherigen Aufenthalte. Das Gästehaus ist komplett voll, auf dem Gelände und im Speisesaal ist es wuselig, laut. Das Publikum ist anders als sonst. Die Feiertage am Ende des Jahres sind für viele Menschen scheinbar sensibler und schwerer zu ertragen. Gleichzeitig ist die Erwartungshaltung vieler unglaublich hoch, sodass die Stimmung etwas nörgelig ist. All die Dankbarkeit um die Stille des Ortes, um seine Energie und um die Menschen, die dort leben, dort arbeiten, die einem so viel geben können, wird ein wenig überlagert. Weil irgendwem die Schlange am Buffet zu lang ist, weil irgendwem die Musik in der Kapelle zu laut ist, weil irgendwem die Kapelle an sich zu modern und düster ist. Weil irgendwer nicht seinen angestammten Platz im Speisesaal bekommt.
Sowas halt.
Das ist schade. Besonders für die unzufriedenen Menschen, denn sie könnten – spirituell vielleicht – noch viel mehr von diesem Ort bekommen, wenn sie sich auf ihn einlassen könnten.
Der Silvestertag versöhnt uns dann wieder. Wir haben ein kleines großes Glückserlebnis und ein nettes, wie immer viel zu kurzes Gespräch mit zwei tollen Schwestern.
Wir schmieden Pläne für das kommende Jahr. Tolle Pläne.
Den Jahreswechsel um 0.00 Uhr verbringen wir in der Mutterhauskirche. Glockengeläut, Raketen draußen. Alles super.
Im neuen Jahr wird es dann wieder richtig schön. Die Entspannung kommt, die beste Ehefrau und ich setzen erste Vorsätze um und walken durch den Park. Stille bekomme ich spät abends in der Kapelle. Da ist niemand. Das ist schön. Und still. Und ein paar nette Begegnungen haben wir auch noch.
Der Abschied fällt uns wie immer schwer, zumal bis zu unserem nächsten Aufenthalt im Kloster Arenberg noch viele, viele Wochen verstreichen werden. Aber es ist schön zu wissen, dass wir dort einen Anker gesetzt haben. Der gibt Sicherheit und lässt den Alltag leichter werden. Und ich nehme viele Ideen mit. Für Texte. Für Euch. 2013 wird diesbezüglich sehr spannend werden.
Alles in allem war es wieder einmal ein schöner Aufenthalt. Anders als sonst. Ich kam nicht so zur Ruhe und stellte fest, dass es nicht nur der Ort ist, der unglaublich viel Energie hat, sondern dass dieser Ort auch von den Gästen gemacht wird. Und ich habe festgestellt, dass man die Stille auch im größten Trubel finden kann, wenn man sie wirklich sucht.
Was will man mehr?

Advertisements

Ein Gedanke zu “Immer anders im Kloster Arenberg

  1. So…..man kann also Gründe finden an Arenberg rumzumosern …??? Von mir aus *schulterzuck*.
    Ich konnte noch nichts und niemanden finden das oder der mich getört hätte . 🙂 Immerwieder gut von ihnen zu lesen , Herr Kussin ! Ein Frohes und segensreiches Neues Jahr für sie und die beste Ehefrau !
    LG Mandy Boogaerts ….die sie ganzschön beneidet um die be-sinnliche Silvesterstunde 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s