I do it my way

DSCI0958

Mal keine Meinung haben müssen, mal nicht über irgendetwas diskutieren müssen, sich mal nicht positionieren müssen, sich einfach mal einem Shitstorm verweigern. Das ist ein großer Luxus. Und ich werde mir in Zukunft häufiger diesen Luxus gönnen, denn ich bin echt müde.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Zeitabstände in denen eine neue Sau durch das virtuelle Dorf der Digital Natives getrieben wird, immer kleiner werden. Wie war das noch mit dem #aufschrei?
In welchen Fertiggerichten war das Pferdefleisch?
Erinnert sich noch irgendwer an Jack Wolfskin?
Oder das kleine Shitstörmchen gegen Präsident Obama?
Missbrauchsskandal, Homoehe und Zölibat: Die katholische Kirche bietet gleich mehrere Aufreger an, auf die sich die Netzgemeinde gerne stürzt.
Und auch sonst habe ich das Gefühl, dass erst einmal auf alles draufgekloppt wird, was nicht bei drei auf dem Baum ist:
Stuttgart21,
CSU,
Polizeigewalt,
das geplante Verbot der NPD.

Ich kann nicht mehr. Ich will auch nicht mehr. Ich habe nicht zu allem eine Meinung. Und vor allen Dingen möchte ich nicht das Gefühl haben, zu allem eine Meinung haben zu müssen. Das Netz, diese wundervolle Infrastruktur der Informationsverbreitung, ist eine großartige Chance. Wissen kann geteilt werden, Meinungen – seien sie noch so absurd – können verbreitet werden, lustige Katzen-, Eulen- und Haekelschweinfotos werden gepostet, Harlem Shake, Gangnam-Style und Group Tekan
Anything goes!

Aber irgendwie habe ich immer häufiger ein ganz, ganz komisches Gefühl in der Magengegend. Nämlich immer dann, wenn in sehr kurzer Zeit sehr viele Menschen sehr laut gegen eine Sache schreien, sich ereifern, sich positionieren und bestimmte Werte hochhalten. Weil ich immer befürchte, dass bei so viel Geschrei das Denken auszusetzen droht.

Insbesondere in den sozialen Netzen vergeht kaum ein Tag, an dem nicht gegen irgendetwas protestiert wird.

Vieles davon ist sicherlich wichtig. Richtig. Notwendig.

Vieles davon ist aber in erster Linie belanglos, spießig und ein Meinungsmainstream.

Und Meinungen im Netz werden selten nur erarbeitet. Sie werden übernommen. Das endet dann auch schon mal im Aufruf zur Lynchjustiz.

Ansonsten? Keine Ahnung.

Katzenbilder halt.

 

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Ein Gedanke zu “I do it my way

  1. Katzenbilder halt ? 🙂 Ich hoffe du hattest eine besonders großartige Portion FrühlingsSommersonne heute !!! Gruss aus dem absolut sonnigen, heute mal meinungsfreien Süden

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