Jahresrückblog

2013 neigt sich dem Ende und ich denke, dass es nun auch wirklich ausgedient hat.
Es war kein besonders gutes Jahr – obwohl mich einige Ereignisse schon sehr berührt haben. Aber am Ende des Tages werde ich wohl eher mit einem Schulterzucken aus diesem Jahr gehen. War halt irgendwie. Wie genau? Keine Ahnung. Ein Jahr halt.
Häkchen hinter und weiter geht’s.
Wobei mir das Weiter-geht’s im vergangenen Jahr schwer fiel, denn je weiter es ging, desto näher rückte mein 40. Geburtstag (in gut drei Wochen ist es nun soweit) und die Zahl macht mir schon sehr große Angst.
40.
Da fange ich an mir Gedanken zu machen. Was habe ich erreicht? Wo stehe ich? Und wo geht die Reise hin? Wie oft habe ich mich in den vergangenen 40 Jahren verlaufen? Und was wäre, wenn ich an den verschiedenen Wegkreuzungen der Vergangenheit mal anders abgebogen wäre?
Das alles sind Fragen, die mich sicherlich auch im kommenden Jahr begleiten werden.
Bis ich mich mit dem neuen Lebensjahrzehnt angefreundet habe.
Oder bis ich sie beantworten kann.

Umgesetzt // gescheitert
Selbst ein paar der erfreulicheren Sachen entwickelten sich zum Jahresende nicht soooo dolle. Anfang des Jahres habe ich mich wirklich in einem Fitness-Studio angemeldet – setzte also durchaus einen guten Neujahrsvorsatz in die Tat um – und war bis zum Sommer wirklich sehr artig und motiviert mehrmals pro Woche im Studio. Aber dann kamen der Sommerurlaub, eine Zahn-OP, der Schrebergarten und ein paar Sitzungen beim tollsten Tätowierer der Welt und zack … riss es ein. In den vergangenen Monaten war ich kaum noch dort.
In alte Verhaltensmuster zurückfallen … da bin ich mal richtig gut drin.
Aber ich habe mir fest vorgenommen im neuen Jahr wieder durchzustarten; auch, wenn ich eh schon ständig das Gefühl habe, nur zu rasen, ständig nur durchzustarten.

Selbst der langersehnte Sommerurlaub in Umbrien war keinesfalls nur Entspannung. Dafür mussten in meinem Kopf viel zu viele Battles ausgetragen werden: Eine Autofahrt im Ausland, italienische Kreisverkehre und Insekten im XXL-Format waren einige davon. All sowas ist immer Kampf in meinem Kopf – ein Kampf gegen mich selbst. Und so euphorisiert ich nach diesen Wochen war, und so toll die Liste mit Sachen, die ich geschafft hatte, sich las, entspannend war es nicht. Aber allein für die Rückfahrt – mit zwei Tagen Aufenthalt in Lenk im Berner Oberland – war es das wert. Und für die großartige Aussicht bei der Fahrt über Gotthard- und Sustenpass. Da sieht man mal, wie schön die Erde sein kann.
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Und sonst?
Ich schreibe wieder an einem Projekt. Wieder werden es kurze Beiträge zu verschiedenen Themen sein und wieder werde ich gemeinsam mit einem lieben Menschen die Seiten füllen. Es wird sich noch hinziehen, bis es zu ersten Ergebnissen kommt. Doch ich denke, dass sich dieser Kampf lohnen wird, denn die Themen, an denen wir uns abarbeiten, sind es wert, und die Perspektiven, die wir einnehmen, ungewöhnlich. Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Publikumsverlag.
2013 gab es ein Doppeljubiläum: Seit zehn Jahren sind die beste Ehefrau und ich ein Paar, seit fünf Jahren sogar verheiratet. Unseren Hochzeitstag verbrachten wir dann so schön ruhig und romantisch in einem Lokal, dass uns die Kellnerin ganz rührend als Liebespaar bezeichnete. Das war ein wirklich toller Tag.
Im Herbst besuchten wir dann wieder das Kloster Arenberg für eine Woche und sofort kamen Ruhe, Entspannung und Leben in unser Leben zurück. Das ist mein Urlaub. Ich brauche keine fremden Länder, Städte, Menschen. Ich bin mir selbst doch fremd genug. Ich brauche Stille, Ruhe und Raum für meine Gedanken.

Gott, Freunde, Männer
Im vergangenen Jahr habe ich verstärkt über Gott nachgedacht und eines ist mir aufgefallen: Meine Generation ist in fast allem so unglaublich offen, aufgeklärt und frei in ihrer Meinungsäußerung. Wir posten alles auf Facebook, hängen unsere Aktfotos ins Wohnzimmer, unterhalten uns auf Partys über unseren früheren Drogenkonsum, welche Partei wir wählen und mit wie vielen Menschen wir es wo gemacht haben. Aber wenn es um Gott geht, fehlen uns die Worte. Klar, wir können über Kirche reden, über den Papst, übers Zölibat und die Kirchensteuer, aber über Gott reden wir nicht. Warum wir insbesondere diesen Bereich in unsere intimste Privatheit zurückziehen, habe ich noch nicht verstanden. Das Phänomen an sich kenne ich aber selbst nur allzu gut. Aber vielleicht liegt es auch einfach daran, dass wir mit der Floskel Wir möchten uns gern mit ihnen über Gott unterhalten automatisch die Zeugen Jehovas assoziieren. Und mal ehrlich: Wer will das schon?
Das zweite große Thema, an das ich viele Gedanken verschwendete: Freundschaften, deren Ende, und den Mangel, den ich manchmal verspüre. Denn manchmal fehlt mir sowas wie der beste Freund. Keine Bekannten, keine Kollegen und Kumpels, sondern dieser eine besondere Mensch, mit dem man durch dick und dünn gehen kann. Frauen haben ja immer eine beste Freundin. Uns Männern fällt solcherlei Bindung anscheinend schwerer.
Womit ich eigentlich schon beim dritten großen Thema wäre, das mich beschäftigte: das Rollenbild von uns Männern. Und wie das überhaupt aussieht. Und ob wir nicht eigentlich mal eine Alice-Schwarzer-Figur für uns Männer benötigen? Damit wir klarkommen und wissen, was wir sind, wo wir stehen und wo es hingehen soll. Aber darüber werde ich vielleicht demnächst mal ausführlich bloggen.

Das war ein kleiner Einblick in mein Jahr 2013. Ich hätte noch viel mehr schreiben können: Über Sina Trinkwalders großartiges Buch, über mein neues Handy – ein BlackBerry, über die kommenden Lesungen, über Game of Thrones und The Walking Dead, über alte Fotos und Flohmärkte.
Aber ich wünsche Euch allen jetzt viel lieber ein wundervolles Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins kommende Jahr, Gesundheit, Glück und jede Menge Lächeln auf Euren Gesichtern. Macht es gut, bis 2014 dann.

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Ein Gedanke zu “Jahresrückblog

  1. Uff, das ist mal offen – oder es ließt sich so. Obwohl ein wenig älter, spricht so manches, was Du über Gott, Freunde und Männerrollen sagst mir aus dem Herzen. Ich wünsche Dir ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.
    Lieben Gruß
    Gregor

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