Neues Jahr und alte Lasten

„Winter will always return again!“
Anne Clark

Und dann ist der trübe und düstere November mit Allerheiligen und Totensonntag vorbei. Und der Dezember mit all den sensiblen Feiertagen und dem ganzen Trubel in den Innenstädten ist vorbei. Es ist Ende Januar, wenn deine Neujahrsvorsätze langsam der Wirklichkeit weichen und jede Zelle deines Körpers immer lauter nach Frühling, Wärme und Sonne schreit.
Ende Januar bist du brüchig. Fragil.
Eine Pergamentseele. Irgendwo hinter meterdickem Beton.
Du denkst an Schlafhygiene, während du am Nachmittag auf dem Sofa liegst.
Du denkst an Bewegung an der frischen Luft, während du aus dem Fenster die Welt anschaust.
Sich mal was Gutes tun, denkst du. Das große Glas Rotwein in der Hand.
Ende Januar kannst du Pläne machen und denken und träumen, aber mit jedem Schritt wiegt das Blei schwerer, das sich seit den letzten Sommertagen zwischen deinen Knochen sammelt.

Es ist so, als würde deine Kraft immer nur bis zum Jahresende reichen. Genau abgepasst. Du legst einen Endspurt hin, schleppst dich ins Ziel und siehst – nach Luft hechelnd –, dass der Rest der Welt schon im nächsten Rennen ist.

Wie die Menschen das machen, fragst du dich.
Warum du so langsam bist, fragst du dich.
Träumst dich als Läufer.
Und wartest.
Auf den Sommer.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.