Countdown zum Jahresende: 38

Heute wieder Therapietag und das war gut.

Draußen jetzt gerade am Nachmittag: Nebel und eigentlich schon wieder voll dunkel. Die dunkle Jahreszeit, November halt. Vielleicht sollte ich so einen täglichen Blogmarathon mal im Sommer machen und ihr könntet voll viel zwischen den Zeilen lesen, wie sich meine Stimmung im Jahresverlauf so ändert. Sommer ist so viel geiler. Heller. Wärmer vor allen Dingen.

Aber genug der trüben Worte. Diesen Artikel schreibe ich gerade an meinem neuen Laptop, der gestern Abend um halb zehn von einem düster dreinschauenden Paketboten abgegeben wurde. Juhu. Ich liebe diese modernen Zeiten, in denen man nicht drei Tage braucht, bis man seinen neuen Rechner einigermaßen so konfiguriert hatte, dass man mit ihm arbeiten konnte. Am allerschlimmsten: das Umziehen mit den ganzen Mailaccounts, die Browser-Bookmarks und die 36.658 Einzeldateien, die auf dem alten Rechner so munter vor sich rumschlummerten. Bilder, Texte, PDF. Heute dauert so ein Umzug nur ne Stunde oder so. Fast alle meine Dateien liegen im OneDrive-Ordner, mein Thunderbirdprofil mit Kalender und sechs E-Mail-Adressen ebenso und der Chrome-Browser speicherte ebenfalls alle meine Lesezeichen (diesbezüglich bin ich eine Pottsau: Alles, was ich irgendwann mal lesen will oder an das ich mich erinnern möchte, landet als Lesezeichen im Browser). Ich war heute Morgen also schon halbwegs durch, mit dem neune Rechner. Jetzt werden nachher „nur“ noch die Unmengen an Musik und Bildern per Festplatte rübergeschoben und das eine oder andere Programm installiert, das ich brauche und dann steht einer neuen schönen Beziehung mit meinem Yoga nichts mehr im Weg.

Was ist jetzt schon sagen kann: Die Tastatur ist unglaublich gut. Wobei „gut“ bei Tastaturen ja immer relativ ist, denn jeder hat so seine Vorlieben. Aber die hier macht mir echt Spaß. Und sie ist beleuchtet, was ja inzwischen für ich ein absolutes Must-have ist. Ansonsten ist er klein (diese 14-Zoll-Geräte empfinde ich als optimal) und leicht und ausreichend schnell für den Kram, den ich so am Tag mache. Ich denke also, dass ich mich über den neuen Laptop freuen darf. Und ich schreibe bewusst „darf“ und nicht „kann“, weil … sich das für mich besser anfühlt.

Heute habe ich mir auch vorgenommen, einen komplett coronafreien Artikel zu schreiben und ich bin guter Dinge, dass ich das auch bis zum Ende durchhalten werde. Aber: Einen Aufreger des Tages gibt es natürlich schon (und irgendwie kann man ihn auch mit der aktuellen Situation in Verbindung bringen). Aaaaalso: Dieses komplette Leugnen von wissenschaftlichen Fakten (und das wäre der Link zu Corona) zieht ja immer größere Kreise. Ich denke, man konnte schon 2015 im Zuge der Flüchtlingskrise sehen, dass vornehmlich jene Menschen, die viel und oft bei Facebook kommentieren, nicht mehr wirklich an Fakten glaubten. Da machte ja auch erstmals der Begriff der „Lügenpresse“ die Runde. Inzwischen ist es aber bei vielen Themen der Fall. Wenn einem etwas nicht passt, leugnet man die Fakten und glaubt „den Medien“ einfach nicht mehr. Alles erlogen, alles Teil einer riesigen Agenda, alles direkt von Frau Merkel diktiert. Mein Beispiel: In Dortmund denkt man über ein Denkmal für Gastarbeiter nach. Eine Aktion, die auf jeden Fall zum Nachdenken anregt. Die Kommentare unter dem Facebook-Artikel waren natürlich unterirdisch. „Für so etwas ist Geld da“, „die haben gutes Geld verdient“, „andere haben unser Land aufgebaut“, usw. Also genau das, was man erwartet, wenn man ganz tief in einen Eimer mit Scheiße taucht. Irgendjemand brachte dann noch die „Trümmerfrauen“ ins Spiel, die heroisch und selbstaufopfernd Deutschland nahezu im Alleingang mit Schüppe und Handfeger wieder aufgebaut hätten. Ich erinnerte mich an eine Doku, die ich vor einiger Zeit mal sah (in der gezeigt wurde, dass die Bilder von Trümmerfrauen, die Schuttberge abtrugen, vor allen Dingen ein inszenierter Mythos waren) und postete einen entsprechenden Link. Sichere Quelle (Deutschlandfunk), gut recherchiert, handwerklich mit Hand und Fuß. Darauf erntete ich Schweigen, ein paar – inzwischen unvermeidliche – HAHA-Smileys und irgendeine Antwort, deren Sinn und Inhalt ich aber nur schwer aus dem unzusammenhängenden Geschreibsel herausfiltern konnte.

Es ist schwierig in den sozialen Medien. Und es wird noch schwieriger werden, da bin ich sicher. Man merkt ja jetzt schon, dass bestimmte Plattformen bestimmte User mit bestimmten Inhalten anziehen. Facebook: viel Bodensatz, viel von dem Zeugs, was man im Siphon einer Dusche der Bahnhofsmission finden würde. Twitter: viele Besserwissermenschen, mit sehr viel Identität. Insta: für all jene, denen geile Karren, Rolex-Uhren, Schmink-Morgenroutinen und ein paar Kalenderspruchweisheiten echt was bedeuten, die so, ich weiß nicht, auch so charaktermäßig und so voll gut sind. Und auf TikTok fressen sie Spülmaschinentabs. Vielleicht werde ich einfach zu alt für den ganzen Kram und verstehe die Welt nicht mehr.

Apropos Kalendersprüche. Da hatte ich gestern doch auch noch einen auf Lager, den ich sofort twitterte und ihn dann aber im nächsten Kommentar wieder ironisch brach:

„Laufen lernen bedeutet nicht, zu verstehen, wie man einen Fuß vor den anderen setzt. Laufen lernen bedeutet, zu fühlen, wie du fällst.“

Mit diesen weisen Worten entlasse ich euch in die Nacht. Schlaft schön tief und träumt euch an den schönsten Ort der Welt. Ich hoffe, wir lesen uns morgen wieder.

3 Gedanken zu “Countdown zum Jahresende: 38

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