Die Montagskolumne: KW 1

Okay, meinen Countdown zum Jahresende habe ich – erfolgreich – beendet. Und ich habe sowohl den Neujahrstag als auch den gestrigen Sonntag sehr genossen, weil es nach 60 Tagen mal echt schön war, nicht noch schnell einen Text ins Internet zu wichsen.

Aber gleichzeitig hat es sich auch leer angefühlt. Ich habe also in den vergangenen zwei Tagen ein wenig nachgedacht und geschaut, wie ich etwas regelmäßiger Bloggen kann, ohne mir gleichzeitig einen Druck aufzubauen, der auf Dauer zu groß werden könnte. Und ich denke, ich habe eine Idee, die mich durchs kommende Jahr tragen kann. Ich mache eine wöchentliche Kolumne. So zum Wochenstart, damit der scheißige Montag zumindest ein klein wenig Glitzer bekommt. Thematisch wird es nicht anders werden als in den vergangenen 60 Tagen: Wahrscheinlich gibt es ein wenig was zum Geschehen in der Welt, in Gesellschaft und Politik. Kopfschüttelnde Kommentare meinerseits zu idiotischen Kommentaren im Internet, vielleicht mal den einen oder anderen Netflix-Tipp oder ein Song, der mich begeistert. Und natürlich versuche ich auch weiterhin, euch ein wenig in meine Persönlichkeit blicken zu lassen – auch wenn ihr dazu wahrscheinlich ziemlich tief zwischen den Zeilen suchen müsst. Und soll ich euch was sagen, ich freue mich darauf, gemeinsam mit euch in dieses neue Jahr zu starten.

Dann wollen wir mal:
Neujahr und am 02.01. haben die beste Ehefrau und ich es wieder geschafft, eine Runde an der Luft zu machen. Zweimal 4,5 km, immer mal wieder stramm bergauf und bergab, da kommt die Pumpe aber mal ordentlich in Gang. Ich bin inzwischen so unfit, ein Felsbrocken könnte mich im 400-m-Lauf nicht nur locker schlagen, er könnte mich umrunden. Heute habe ich es aufgrund des Wetters nicht geschafft und Therapietag war heute auch, aber ich bleibe zuversichtlich, dass ich es in diesem Jahr schaffen könnte, ein wenig fitter zu werden. Vielleicht sogar ein paar Kilo abzunehmen – das wäre zauberhaft.

Dann gab es noch die Viertel- und Halbfinals bei der Darts WM, die wir intensiv verfolgt haben und vor dem Bildschirm mitfieberten. Das ist echt ein Wahnsinn, was die Jungs und Mädels da leisten. Wahrscheinlich haben die meisten von uns schon mal ein paar Pfeile auf die Scheibe geworfen. Und vielleicht denkt sogar mancher, dass das doch gar nicht so schwer war. Zielen, werfen, treffen. Hat doch ganz gut geklappt. Aber wie viel Präzision dahintersteckt, wie viele Hunderttausend geworfener Pfeile nötig sind, um in einem Spiel 24-mal die Tripple 20 zu treffen, das ist Wahnsinn. Heute Abend ist dann das große Finale. Um 21.00 Uhr geht es los. Leider fuckt mich mal wieder der Sky Receiver oder unsere Sat-Schüssel oder irgendeine Kabelverbindung, auf jeden Fall ist seit Neujahr Sport1 von meinem Fernseher verschwunden. Aber jetzt schaue ich es über irgendeine App und gut ist. Sky und der Sat-Anschluss hier, das ist eine Neverending-Story.

Heute sind ja wieder eine ganze Reihe von „Spaziergängern“ scheinbar überall im Pott – von Duisburg bis Dortmund – auf den Straßen, um gegen die bestehenden Corona-Maßnahmen zu protestieren. Passt super in die Zeit, wo die Omikron-Variante gerade so richtig Anlauf nimmt, um uns alle zu ficken. Da muss man natürlich auf die Straße und maskenlos irgendetwas von Frieden und Freiheit brüllen. Ach Mensch, wann hört dieser Wahnsinn denn endlich auf? Immerhin hat Christian Drosten ganz vorsichtig einen Ausblick in das neue Jahr gewagt und er ist zurückhaltend optimistisch, dass der nächste Winter vielleicht ein wenig normaler wird. Dass daraus viele große Medien sofort wieder Headlines zaubern, die suggerieren, dass die ganze Scheiße gefühlt Ende dieser Woche vorbei ist und entsprechende Lockerungsforderungen formulieren, das ist ein Ding, was ich nicht so richtig verstehen kann.

Noch so ein kleiner Aufreger: In den vergangenen Tagen und Nächten sind in mehreren Städten der Republik SUVs „entwaffnet“ worden. In Dortmund waren es mehr als 50 Fahrzeuge, an denen irgendwelche Klima-Dullis die Luft aus den Reifen gelassen haben. Auf Indymedia finden sich Bekennerschreiben zu ähnlichen Aktionen in Wuppertal und Berlin. Solche Aktionen empfinde ich für komplett idiotisch, übergriffig und manchmal wünschte ich mir, diese Dullis würden bei ihren Nacht-und-Nebel-Aktionen mal an den Richtigen geraten. So den Chef des örtlichen Rockerclubs zum Beispiel oder irgendeinen finsteren Ganoven oder einfach einen ganz normalen Ruhrpott-Malocher mit fehlender Impulskontrolle. Denn das geht einfach nicht. Was soll das bezwecken? Sparen wir durch solche Aktionen auch nur ein einziges Gramm CO2 ein? Aber noch viel schlimmer als die Aktion an sich, finde ich die „Infozettel“, die die Dullis an die Windschutzscheiben der von ihnen beschädigten Autos gepappt hatten. Kostprobe gefällig (findet sich auch auf Indymedia)? Rechtschreibfehler sind von den Autoren, nicht von mir.

„Vorsicht platter Reifen
Weihnachten – das Fest der Liebe. Was für eine wunderbare Zeit, um in Ruhe zu reflektieren, was dein SUV für Konsequenzen auf deine Mitmenschen hat. Ist es wirklich nötig, die Klimakatastrophe anzufeuern, neokoloniale Ausbeutung in der Produktion zu unterstützen und Passant*innen zu gefährden, nur um deinen Reichtum zur Schau zu stellen? Wir sagen NEIN! Wenn SUVs ein Land wären, hätten sie den siebt größten CO2-Ausstoß der Welt. Unnötige Luxusprodukte der Reichen sind der Haupttreiber der Klimakatastrophe. Deshalb haben wir deinen SUV temporär entwaffnet, indem wir die Luft aus einem oder mehreren Reifen gelassen haben. Als kleines Weihnachtsgeschenk für die Menschen, die heute oder in Zukunft an der Klimakrise sterben werden. Und für dich, damit du die Möglichkeit hast, innezuhalten und im nächsten Jahr bessere Entscheidungen zu treffen.“

Diese offen zu Schau getragene Arroganz in Kombination mit der besserwisserischen Freundlichkeit und anmaßenden Haltung, anderen erklären zu müssen, welche Entscheidungen sie zu treffen haben, kotzen mich an. Leute, so wird das nix. So gewinnt man keine Unterstützer. So isoliert man sich zunehmend weg von den Menschen.

Und was bringt die kommende Woche so? Hmm, eigentlich wollten wir nächstes Wochenende Wohnzimmer, Esszimmer und Küche streichen, einfach, weil ein Kaminofen plus zwei Ketteraucher weiße Wände schnell altern lassen und das wirklich mal nötig wäre. Aber ich muss schauen, ob wir das wirklich hinbekommen. Irgendwie ist die Motivation gerade noch nicht so ausgeprägt, wie sie sein müsste. Ist halt Winter. Und im Winter bin ich immer etwas träge. Hätte es draußen jetzt 30°C und Sonne, wäre es einfacher.

Ich warte auf den Frühling.

Habt eine gute Woche, startet gut in das neue Jahr und bleibt gesund und zuversichtlich.

Countdown zum Jahresende: Geschafft

Heute ist Silvester. Heute endet meine vollkommen bescheuerte Idee, 60 Tage lang auf diesen Tag hinzuschreiben. Jetzt ist er da, der letzte Tag des Jahres 2021 Und ich werde ihn ebenso ruhig und unsozial begehen, wie viele andere Tage in diesem Jahr, in diesem Leben. Die beste Ehefrau und ich werden nachher Raclette machen – und damit ist auch klar, was es morgen, am Neujahrstag geben wird – Raclette nämlich. Ansonsten werden wir es uns gemütlich machen und vielleicht um 0.00 Uhr einmal kurz aus dem Fenster schauen, wobei das Feuerwerk in diesem Jahr ja erneut recht sparsam ausfallen wird. Weitere Pläne gibt es für diesen Tag nicht. Pläne gibt es nur für das kommende Jahr.

Den Tag über werden wir noch ein wenig das Haus aufräumen und alles sauber machen, weil es uns beiden sehr gefällt, wenn man irgendwie rein und frisch ins neue Jahr geht.

Was ich auch noch mag: Statistiken. Weil sie einem so schön zeigen, was man geschafft hat. Deshalb hier mal ein paar Zahlen. Während des Countdowns zum Jahresende schrieb ich bis gestern 30.723 Wörter ins Internet. Das sind 197.109 Zeichen (inklusive Leerzeichen). Zur Größenordnung: Das ist kein ganzes Buch, aber mehr als ein halbes Buch. Im vergangenen Jahr lief ich durchschnittlich 5.005 Schritte pro Tag. Wobei diese Smartwatches ja nicht unbedingt nur Schritte zählen, sondern Bewegungen allgemein. Ich habe das im Sommer bei der Gartenarbeit sehr doll gemerkt. Da bist du den Tag über im Garten, sägst, gräbst, bohrst und tust. Und am Ende des Tages hast du weit über 10.000 Schritte auf dem Konto, was bei einem Garten von 220 m² eher unwahrscheinlich ist. Aber ist ja egal und eben nicht so, dass ein Tag Gartenmaloche nicht auch die eine oder andere Kalorie verbrennen würde.

Über meine Lieblingsfilme und -serien habe ich ja neulich schon geschrieben. Eine Spotify-Statistik kann ich nicht beisteuern, weil ich Spotify eigentlich nicht nutze. Ich höre Musik meistens über YouTube. Da gibt es keine schönen Statistiken. Gäbe es sie, wären diese Songs hier sicherlich weit vorne in der Jahresliste:

Jupiter Jones mit ihrem Comeback-Song und den schönen Zeilen:

„Die ganze Welt tat weh, ich weiß
Und überall waren Schatten“

Kummer mit dem letzten Song:

„Ich wär‘ gerne voller Zuversicht
Jemand, der voll Hoffnung in die Zukunft blickt
Der es schafft, all das einfach zu ertragen“

Mein Sommerhit war schon etwas älter und stammt von Teddy Teclebrhan:

„Leben, nehm mich auf dein Schoß
Ich weiß, ich bin schon groß
Aber manchmal möchte ich mich einfach fallen lassen“

Der olle Rap-God Moses P. hat es mit einem Onkelz-Sample auch in meine Hits geschafft:

„Und alle Hoffnung, die ich habe, ist ich kämpf dagegen an
Nicht Wochen und nicht Jahre, dieses Menschenleben lang“

Und dann war da noch der bissigste Song des Jahres von Danger Dan:

„Also jetzt mal ganz spekulativ
Ich nutze ganz bewusst lieber den Konjunktiv
Ich schriebe einen Text, der im Konflikt mit dem Gesetz
Behauptet, Gauland sei ein Reptiloid
Und angenommen, der Text gipfelte in einem
Aufruf, die Welt von den Faschisten zu befreien
Und sie zurück in ihre Löcher reinzuprügeln noch und nöcher
Anstatt ihnen Rosen auf den Weg zu streuen“

Und dann war da noch dieses Kirchenlied, was im Soundtrack zu Midnight Mass auftauchte und ein echter Ohrwurm ist. Hat sich letztendlich ja auch Angela Merkel bei ihrem Großen Zapfenstreich gewünscht:

Das war es jetzt aber wirklich von mir für dieses Jahr. Ihr habt es ausgestanden, ich habe durchgehalten. Ich wünsche euch allen ab morgen das beste Jahr von allen, in der besten aller Welten. Bleibt gesund und zuversichtlich, bleibt wach und träumt. Erinnert euch an das Schöne, behaltet liebe Menschen im Herzen und lasst neue Menschen rein in eure Herzen. Bleibt Menschen. Ich bin raus für dieses Jahr. Danke!