Countdown zum neuen Jahr: 9


Gestern Nacht noch die brandneue Jerks-Doppelfolge gesehen und vor dem Schlafen eine gehörige Portion Fremdscham abbekommen. Groß.Ar.Tig. Es geht um natürliche Geburten, Dammrisse, den Husband Stitch und vielerlei weitere Unaussprechlichkeiten. Super!

Der Tag heute war dann irgendwie ziemlich voll, obwohl ich gar nichts gemacht habe. Eigentlich fing es gestern Abend bereits an, als eine uralte Freundin der besten Ehefrau, die wir bestimmt seit zehn Jahren nicht gesehen haben, sich meldete und von einem Text von mir berichtete, der in einem Adventskalender abgedruckt sei. Konkret ist es der Hoffnungs-Text aus den ZweiSichten, in dem es um den Heiligabend, Silent Night, den einsamsten DJ der Welt Mike Litt und Sinéad O’Connor geht. Passt ja auch wirklich gut in einen Adventskalender.

Heute ging es dann aber weiter. Durch Zufall bekam ich mit, dass dieser Text in der YouTube-Predigt einer Lutherischen Gemeinde in New Jersey auf Englisch vorgetragen wurde. Per E-Mail schrieb mir die Physiotherapeutin der besten Ehefrau, dass sie diesen Adventskalender seit vielen Jahren geschenkt bekommt und sehr erfreut war, meinen Text darin zu finden. Und etwas später schrieb mir dann noch der DJ himself, dass auch er eine ganze Reihe Nachrichten von Menschen bekommen hat, die ihn auf diesen Text aufmerksam machten.

Das ist schon irre. Da geht so ein kleiner Text um die Welt, bewegt ganz viele Menschen und irgendwie hab ich den ja geschrieben. Da fängt es auch schon an spooky zu werden, weil da ja immer diese konstant quäkende Stimme im Kopf ist, die mir einflüstert, dass ich nix kann und nur Schrott schreibe und so. Dass das tolle Feedback dann auch noch aus der christlichen Community kommt, macht die Sache noch viel unwirklicher.

Unwirklich, aber irgendwie auch rund. Ich möchte ja gerne generell mehr im sozialen/christlichen Bereich arbeiten und für eine schöne Redakteursstelle bei christlichen NGOs, bei Caritas, Diakonie, Bistum und Co würde ich sogar meine Freiberuflichkeit zurückfahren. Ich schrieb glaube ich schon ein-, zweimal, dass mir Strukturen ganz gut helfen, mit diesem Leben klarzukommen. Und wenn das ganze Geschriebene dann noch einen echten, großen Sinn macht, super! Ein Schreibtisch im Schoß der Kirche wäre ein schöner Platz. Mal schauen, was das kommende Jahr so zu bieten hat.

Ich schrieb neulich schon, dass ich am Jahresende gern ins Planen, Träumen und Durchspielen gerate. Und dann kommt so etwas dabei heraus.

Hard facts gefällig? Weil es ja so oft heißt, dass „die Kirche“ sich nicht um die Schwachen kümmert: Die beiden konfessionellen Wohlfahrtsverbände Caritas (katholisch) und Diakonie (evangelisch) sind nicht nur an unzähligen Projekten der Senioren-, Jugend-, Flüchtlings-, Armen- und Obdachlosenarbeit beteiligt, an Telefonseelsorge, Sozialberatungen, Kitas, Krankenhäusern und Pflegeheimen, sie sind auch zwei der größten Arbeitgeber dieses Landes. Mehr als eine Million Menschen beschäftigen diese beiden Verbände. Wer mit sozialer Arbeit so viele Menschen erreicht, sei es als Arbeitgeber oder als Dienstleister, der trägt ordentlich dazu bei, dass dieser Laden hier, den wir Gesellschaft nennen, überhaupt noch irgendwie funktioniert. Und das ist klasse. Punkt.

Später: Vielleicht fange ich mit der sechsten Staffel Vikings an, deren zweite Hälfte ab nächster Woche abrufbar sein wird. Oder ich les mal was.

9 Tage noch.

Countdown zum neuen Jahr: 14


Viel telefoniert heute, letzte Interviews, letzte Kundenabsprachen, bevor alles und jeder in die Jahresendstarre fällt. Für viele Arbeitnehmer in den Büros des Landes war ja heute der letzte Arbeitstag des Jahres. Auslaufen also, vielleicht ein wenig den Schreibtisch aufräumen, die dreckigen Tassen nochmal schnell in die Spülmaschine packen, sowas halt. Gott sei Dank ist mein Schreibtisch voll. Ich werde also auch in den kommenden Tagen und nach Weihnachten den einen oder anderen Text schreiben. Ich bin zwar gefühlt stehend K.O., aber nach diesem – für viele Kreative – wirtschaftlich schwierigen Jahr, will ich mich diesbezüglich nicht beklagen. Ich bin ganz gut durch Corona gekommen – zumindest, was das Geschäft angeht. Ein paar Kunden fielen weg, dafür kamen andere hinzu. Und besonders gut: auch fürs kommende Jahr stehen schon ein paar Sachen an.

Heute Morgen mit einem sehr schlechten Gewissen meine Steuer-Fee angerufen, weil ich das mit den Unterlagen (für 2019) bisher nicht geschafft habe. Und es auch in diesem Jahr nicht mehr schaffen werde. Das Tolle an meiner Steuerberaterin: Sie ist ein strahlend positiver Mensch voller Liebe, Freude und Spaß am Leben. Und deshalb hat Sie auch gar nicht schlimm mit mir geschimpft und stattdessen erzählt, was sie aus der miesen Situation zurzeit so alles macht. Ich sollte mir ein, zwei, drei Scheiben von ihr abschneiden. Aber so einfach ist das ja nicht, die Sache mit dem Abschneiden.

Dafür ging der Blutdruck heute durch das neue Medikament erstmals etwas runter. Fühlt sich sofort besser an, der alte, geschundene Körper. So kann es gern weitergehen.

Auch schön: Heute Morgen eine nette Rückmeldung zu den ZweiSichten bekommen. Die beste Ehefrau hatte das Buch als kleines Dankeschön für ihre Physiotherapeutin mitgenommen, die in den vergangenen Wochen mit ihren magischen Händen wunderlichste Wunder an den Schultern der Gattin vollbracht hatte. Nun, sie hat direkt drei weitere Exemplare beim Buchhändler bestellt. Wenn ich an meine Schultern denke, weiß ich, dass sie auch mich früher oder später auf dem Tisch liegen hat.

Auf dem Tisch wird mich irgendwann im kommenden Jahr auch Heiko Gantenberg liegen haben. Also sobald er wieder praktizieren darf. Darauf freue ich mich sehr, denn ich glaube, man kann Heiko getrost als Tattoo-Legende bezeichnen. Den ganzen Tattoo-Shit macht er bereits seit 1985, 1989 eröffnete er dann sein eigenes Studio. Nicht in Berlin, nicht in Hamburg, sondern in Marl. Muss man wollen! Heiko wird sich um die Verschönerung eines Labyrinths kümmern, dass bereits auf meinem Rücken gestochen ist. Das wird klasse – schon allein, weil Heiko so unglaublich viel weiß und erzählen kann. Da wird das Tätowieren sehr kurzweilig. Glaubt ihr nicht? Hört es selbst. Hier eine tolle Podcastfolge mit ihm. Das wären dann auch meine heutigen hard facts. Der Podcast ist voll damit.

Später am Abend: Jerks, Wein und Tagebuchschreiben. Muss auch mal sein. Ich erzähl euch ja schließlich auch nicht alles.

14 Tage noch.